“Das Stil-Spektrum dieses ungewöhnlichen Ensembles lässt sich nur schwer umreißen, es gibt – gottseidank – keine Schubladen dafür”

—Gisela Spandler, Der Bote

Bis 2006 konzertierten J.J.P. and friends mit dem Programm „Planet der Affen“, bestehend aus Klassik, Minimal Music, Avantgarde und Free Jazz. Unter anderem spielten sie Werke von John Cage, George Gershwin, Johann Strauß (Vater), Dmitri Schostakowitsch, Astor Piazzolla, Herbie Hancock und dem Wiener Komponisten Josef Matthias Hauer, der mit „Nomos“ (1919) das erste Musikstück in reiner Zwölfton-Technik schrieb. 2005 gaben sie das „Sonderkonzert“ zusammen mit der Bassistin Lizzy Aumeier. Außerdem kultivierten J.J.P. and friends in dieser Zeit die Aufführungsform der „Art Attack“.

In den Jahren 2007 und 2008 wagte sich das Ensemble an ein neues Experiment und erstellte ein Programm im Bereich der Country-Musik. Unterstützt bei diesem zwischenzeitlichen Ausritt weg von der klassischen Musik hinein ins Sujet von Hank Williams, Johnny Cash et al. wurden sie von dem Bassisten Rolf Scharrer. Der musikalische Höhepunkt des Jahres 2009 schließlich war ein gemeinsames Konzert mit dem Altdorfer Ensemble Rubato. Dabei spielten J.J.P. and friends Teile aus Bachs Goldberg Variationen mit Rolf Scharrer sowie mit dem Solisten Tobias Herrmann das Konzert für Marimbaphon von Ney Rosauro.

“Die Eingriffe in die Binnenform ermöglichen eine ‘Nachkomposition’, der eine Quadratur des Kreises gelingt, nämlich die Übertragung der repräsentativen Kollektivgattung Sinfonie auf einen kleinen Klangapparat”

—Beat Kornfeld über kv 550

Im November 2010 waren J.J.P. and friends im Betsaal des Altdorfer Wichernhauses mit ihrem „Sinfonie-Konzert“ zu sehen. Neben Werken von Moondog, Anton von Webern, Chuck Berry, Laurence Sherr und Max Geyer stand dabei das bislang größte Projekt des Ensembles im Zentrum, an dem sie die vorhergehenden zwei Jahre gearbeitet hatten: Mozarts große G-Moll-Sinfonie, kv 550, in einer Bearbeitung für vier Instrumentalisten, die sich in einem musikalischen Raum zwischen Klassik, Expressionismus, Minimal Music und Balkanjazz bewegt. In der Fassung des Ensembles wurde Wert darauf gelegt, musikalische Struktur und kompositorische Idee der vier Sätze zu erhalten, diese aber mit einem veränderten Gerüst zu unterlegen. Im Endergebnis bekommen die rhythmischen und repetitiven Elemente eine bedeutendere Rolle, Melodie und Harmonien des Originals erscheinen in einem funktional anderen Kontext.

Zuletzt gaben J.J.P. and friends im Dezember 2011 das „Adventskonzert“ im Kinosaal der KinoKulturKneipe Graffiti. Mit einem eigens für die Aufführung ins Leben gerufenen Kammerchor brachten sie dabei unter anderem eine Choralbearbeitung von „Ich steh’ an Deiner Krippen hier“ zur Aufführung, die dem Konzept mittelalterlicher Organa folgt, wie sie in der Zeit der Notre-Dame-Schule des 12. und 13. Jahrhunderts komponiert wurden.